12. August 2018  -  Wanderung in der Region Amorbach/Kirchzell

Start Wandergruppe B in Weilbach
Start Wandergruppe B in Weilbach

 

Bei bestem Sommerwetter konnte die Vorsitzende des OWK, Frau Renate Lokay, 28 Wanderer/innen, darunter 6 Gäste, im neuesten Bus der Fa. Wißmüller zu den beiden Planwanderungen im östlichen Odenwald begrüßen. 

 

 

 

 

Nach nochmaliger Vorstellung der beiden Wanderungen durch die Wanderführung, entschlossen sich 17 Wanderer/innen zur B-Tour über die Gotthardsruine nach Amorbach und 11 Wanderer/innen zur A-Tour, einer Rucksackrundwanderung, und zwar der Wildenburg Runde.

Nach Ankunft in Weilbach wanderte nunmehr die B-Tour oberhalb des gleichnamigen Baches, dieser mündet in Weilbach in die Mud, nach Reuenthal und von dort auf dem Fränkischen Marienweg über die Sattelhütte (Rast mit Blick auf Amorbach) zum Gotthardsberg mit der beeindruckenden Gotthardsruine. Leider konnte der 7-Täler-Blick von der Plattform des Turmes wegen einer Absperrung nicht genossen werden.

Diese 3-schiffige Pfeilerbasilika hat eine äußerst bewegte Geschichte. Im 8.Jahrhundert wurde dort eine Burg erbaut, im Jahre 1168 durch den Stauferkaiser Barbarossa geschliffen und nicht wieder errichtet, da von dort Raubritter ihr Unwesen trieben. Anstelle der Burg wurde nun auf dem Berg ein Kloster gegründet. Im Bauernkrieg 1525 wurde das Kloster in Schutt und Asche gelegt, 1631 die Kirche wieder aufgebaut. Diese brannte nach einem Blitzschlag 1714 völlig aus. Um die Ruine vor einem weiteren Verfall zu schützen, wurde sie 1956 mit einem Dach versehen.

 

 

Über den Sandsteinweg ging es sodann an dem Amelsbrunnen vorbei und nach einem serpentinenartigen Abstieg durch den Bürgerpark nach Amorbach.Bis zur Rückfahrt mit dem Bus gab es für die Wanderer/innen der Wandergruppe B in Amorbach Zeit zur freien Verfügung.


 

Die A-Tour fuhr weiter mit dem Bus nach Kirchzell. Die Wanderung führte durch das Tal der Mud,

vorbei an der Hofmühle.

 

Es ging stramm zur Wildenburg hinauf, bei der es sich um eine Burgruine aus der Stauferzeit handelt. 

 

Die Herren von Dürn, verdiente Gefolgsleute der Stauferkaiser, gelten als Erbauer der Burg, deren Entstehung um 1200 datiert wird. Von 1400 bis 1511 wurde die Burg spätmittelalterlich ausgebaut. Die Burg war bis 1525 Sitz eines mainzischen Amtmannes. Im Bauernkrieg brannten die Bauern aus dem „Hellen Haufen“ des Ritters Götz von Berlichingen die Burg nieder. Seitdem ist sie Ruine. 

Bei einer ausgiebigen Rast informierte Klaus Jezierski ausführlich über weitere interessante Einzelheiten die Burg betreffend und über das Burgleben in der damaligen Zeit. 

 

Die Gruppe wanderte sodann weiter über ein Hochplateau nach Preunschen und besichtigte dort das Watterbacher Haus, in dem ein interessantes Waldmuseum untergebracht ist. Hier konnte man sich über Bräuche und Berufe bis zurück ins 11. Jahrhundert informieren. Das 1475 erbaute typische Wohn-Stall-Haus gilt als das älteste Odenwälder Bauernhaus und wurde vom Ursprungsstandort Watterbach nach Preunschen verlegt. 

Die Wanderung führte jetzt weiter nach Ottorfszell und durch das Gabelbachtal zurück zum Ausgangspunkt der Wanderung, jedoch nicht ohne eine vorherige Erfrischungseinkehr in einem auf der Wanderstrecke liegenden Landgasthaus. 

 

Auf der Rückfahrt mit dem Bus nach Groß-Bieberau wurden die Wanderer/innen der B-Tour in Amorbach aufgenommen. Sowohl Frau Lokay als auch Herr Schmidt (Wanderwart) bedankten sich bei der Wanderführung für die ausgesuchten Touren. 

 

Text: Wilfried Muckensturm                           

 Bilder: Bernd Richter / Werner Schmidtl